Backup-Strategie: was im Ernstfall wirklich zählt

Das Wichtigste in Kürze
- Permanent angeschlossene Festplatten werden von Hackern mitverschlüsselt.
- Unveränderliche (immutable) Cloud-Backups sind der beste Schutz vor Totalverlust.
- Die Geschwindigkeit der Wiederherstellung ist für den Geschäftsbetrieb entscheidend.
Nahezu jedes Unternehmen macht Backups. Dennoch verlieren Firmen bei Cyberangriffen oder Hardwareausfällen regelmäßig alle Daten. Woran liegt das? Der Fehler liegt in der Annahme, dass das bloße Kopieren von Daten auf eine angeschlossene USB-Festplatte eine Backup-Strategie sei. Das ist es nicht.
Das größte Risiko für Backups sind heute Verschlüsselungstrojaner (Ransomware). Diese Schadprogramme suchen gezielt nach angeschlossenen Backup-Laufwerken und Netzwerkfreigaben, um diese direkt mitzuverschlüsseln. Wenn dein Backup also permanent mit dem Server verbunden ist, ist es im Ernstfall genauso nutzlos wie der Server selbst.
Eine professionelle Strategie folgt der 3-2-1-1-0 Regel: Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus (z.B. in der Cloud), eine Kopie absolut unveränderlich (Immutable/Air-Gapped) und null Fehler bei der Wiederherstellung. Besonders die Unveränderlichkeit ist entscheidend: Selbst wenn ein Hacker Administrator-Rechte erlangt, darf er das Backup nicht löschen können.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Wiederherstellungszeit, die sogenannte RTO (Recovery Time Objective). Ein Backup von 5 Terabyte aus einer langsamen Cloud herunterzuladen, kann Tage dauern. In dieser Zeit steht dein Betrieb still. Eine gute Strategie kombiniert daher ein lokales, schnelles Backup-Gerät für den sofortigen Zugriff mit einer sicheren Cloud-Spiegelung für den Katastrophenfall (z.B. bei einem Brand).
Zu guter Letzt: Ein Backup, das nie getestet wurde, existiert eigentlich gar nicht. Nur regelmäßige, protokollierte Test-Wiederherstellungen garantieren, dass du im Ernstfall wirklich auf deine Daten zugreifen kannst.
